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Ich war tatsächlich nervös vor dem Langstreckenflug nach Los Angeles. Vor allem, weil ihn meine 14-Monate-alte Tochter und mein 3jähriger Sohn mit antreten würden.

Es gab eine Zeit, da war Fliegen für mich wie Bus fahren. Alle zehn Tage stand ich wieder am Züri Flughafen, das Reisefieber deutlich gesenkt von den vielen Meilen. Als Vielfliegerin wurde ich persönlich in der Maschine begrüsst, die Polizisten in der Passkontrolle zwinkerten mir zu und mit Freunden teilte ich meine Tipps für den unbeschwerten Solo-Flug:

  • Wasser. Gleich nach der Sicherheitskontrolle kaufe ich eine grosse Flasche Wasser. Die Flight Attendants knausern damit, haben keine Zeit, es auszuschenken und mittlerweile gibt es auch keine kleinen Fläschli mehr, sondern diese weichen Plastikbecherli, die man sich sowieso nach zwei Minuten über die Hosen leert.
  • Halstuch. Ein Schal oder ein Foulard geben warm, wenn in der Kabine mal wieder unter zehn Grad herrschen. Und man kann die Nase drin vergraben, wenn der Sitznachbar meint, ohne Schuhe fliege es sich besser.
  • Abschminktüechli – Feuchtigkeitsmaske: Die Atmosphäre im Flugzeug ist Gift für meine Haut und die freien Radikalen rebellieren im Anschluss jeweils grossflächig. Eine Feuchtigkeitsmaske hat sie jeweils etwas besänftigt.
  • Uhr stellen. Die Uhr jeweils kurz nach dem Start schon auf die Ankunftszeit einstellen. Irgendwann vergisst man sich zu fragen, wie wach oder müde man denn jetzt eigentlich sein sollte.
  • Melatonin. Umstritten, und soweit ich weiss auch gar nicht überall erlaubt. Hat aber magisch geholfen gegen den Jetlag.

Mit der ganzen Familie ist jetzt natürlich alles anders. Anstatt Feuchtigkeitsmaske müssen genügend Feuchttüechli mit an Bord und abschminken kann man sich vor allem das Schlafen – mit zwei Kindern ist man zwölf Stunden im Einsatz.

Idealzustand.
Idealzustand.

Unser Flug nach L.A. war trotzdem relativ schmerzfrei. Steve Jobs sei Dank – mein Sohn verschmolz förmlich mit dem iPad und auch Töchterli war weitgehend happy. Wir waren gerüstet – mit Büechli, Malsachen, Stofftierli – schlussendlich konnte sie sich aber für alles Essbare am Meisten begeistern. Ganz die Mutter halt.

Für Alle, die einen Langstreckenflug mit Kleinkindern vor sich haben oder ihn in Betracht ziehen, empfehle ich:

  • Einen eigenen Sitzplatz. Kinder unter zwei Jahren könnten bei den Eltern auf dem Schoss sitzen – nun will aber kein Baby, das selber sitzen kann, das länger als eine halbe Stunde tun wollen. Von den Babywannen gibt es in jeder Maschine nur sehr wenige und sie sind nur für eine geringe Maximalgrösse geeignet. Sparen Sie Nerven und gönnen sich einen zusätzlichen Sitzplatz. Achtung: Sitzplätze für Kinder unter zwei muss man telefonisch buchen, da die Online-systeme das Geburtsdatum nicht verarbeiten können.
    IMG_0013
    Geht’s noch lange? Geht’s noch lange? Geht’s…
  • Autositz mitnehmen. Bei Babies unter eins ist es ein leichtes, die Babyschale mit in die Kabine zu nehmen. Kinder zwischen 13 Monaten und ca. 2.5 Jahren sind aber zu gross dafür und trotzdem ist der Flugzeugsitz für sie viel zu steil, unbequem und auch unsicher. Wer an der Zieldestination ein Auto mietet, nimmt am besten einen Autositz Kat. 1 mit ins Flugzeug. Unsere Tochter war in einer vertrauten Umgebung und hat wunderbar geschlafen. Achtung: Der Sitz muss explizit für den Gebrauch im Flugzeug zugelassen sein. Ebenfalls machen hiesige Flight Attendants grosse Augen – was die Amis schon lange machen, ist bei uns noch die Ausnahme. Drüberstehen und wissend lächeln.
  • Buggy mit ans Gate. Zusammenfaltbare, einteilige Buggies kann man bis mit zum Einstieg nehmen. Das ist einerseits gäbig, falls das Kind genau zehn Minuten vorher einschläft. Und andererseits für Wickeltasche und Handgepäck, das man sonst schleppen muss. Am Flugzeugeingang muss der Buggy gefaltet und deponiert werden.
  • Am Schluss einsteigen. Die meisten Airlines lassen Familien mit Kindern zuerst boarden – was komplett unsinnig ist. Jede Minute, die ein Kind nicht angebunden auf einem Quadratmeter verbringen muss, ist ein Segen. Lassen sie ihre Kinder ruhig noch einmal schreiend quer durch das Gate rennen oder verbringen sie die Zeit auf dem Indoor-Spielplatz.
  • Fremde nicht mit Füsschen treten. Auf unserem Flug sassen wir in einer Reihe, was zur Folge hatte, dass das Töchterli mit ihren Füsschen dem armen Mann vor ihr eine Thai-Massage verpasste. Heute sind wir schlauer und fliegen in zwei Reihen hintereinander – der Sohn findet es sogar noch lustig, wenn ab und zu heftig von hinten gekickt wird.

 

 

Dieser Text wurde erstmals am 17.10.2015 auf Blick.ch veröffentlicht.

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Worst case: Im Ausland krank werden https://thetinytravelers.ch/wordpress/ausland_krank_werden/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/ausland_krank_werden/#comments Mon, 21 Dec 2015 20:39:49 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=52 „Zu Hause kann ich morgen auch unter den Bus kommen!“ So versuche ich jeweils (erfolglos, natürlich) meine Mutter zu beruhigen, bevor ich wieder meilenweit davon...

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„Zu Hause kann ich morgen auch unter den Bus kommen!“ So versuche ich jeweils (erfolglos, natürlich) meine Mutter zu beruhigen, bevor ich wieder meilenweit davon fliege. Und: „Im Ausland gibt es auch Ärzte und Medikamente.“

Stimmt – auch wenn eine medizinische Diagnose in indischem Pidgin-English den Informationswert einer Folge Teletubbies hat, wie ich vor ein paar Jahren im Spital auf Mauritius leider feststellen musste. Und natürlich gibt es auch überall Medis, aber in anderer Form. Deshalb drückte mir die Kinderärztin vor unserer Familienreise in die USA einen Samichlaussack voll Zäpfli in die Hand, weil die „in den Staaten nicht so verbreitet seien“.

Beim ergonomischen Packen liess ich dann selbstverständlich die Hälfte zu Hause – wer braucht schon ein halbes Kilo Paracetamol in zwei Monaten?

Wir. Innerhalb einer Woche.

Der schlimmste Jetlag war noch nicht ganz überwunden, als sich der Backenzahn meiner Tochter dazu entschied, genau jetzt das Zahnfleisch hinter sich zu lassen. Nach einer unhomöopathischen Dosis Chügeli wurde gezäpfelt, soviel der Beipackzettel erlaubt – gebracht hat es wenig. Töchterli fing an zu glühen. Am Wochnenende (wann sonst?) landeten wir dann in der Urgent Care in Los Angeles, wo ein gelangweilter Notarzt zusätzlich eine Halsentzündung diagnostizierte.

Sie war zwei Tage später wieder purrlimunter. Ich freute mich auf Sightseeing und Santa Monica Pier und Malibu und Baywatchrettungsschwimmer mit Sixpacks…

…bis der Mann aus dem Bett kroch – und gleich wieder hinein. Grippe.

Die Rettungsschwimmer sah ich aus der Ferne von der Rutschbahn aus. Ich, meine Kinder und die südamerikanischen Nannies verbrachten die nächsten drei Tage auf dem Spielplatz.

playground venice beach
playground venice beach

 

Wie kann man sich vorbereiten, falls das Kind krank wird?

  • Immer die GANZE Reiseapotheke vom Kinderarzt mitschleppen und nicht meinen, man wisse es besser. Wir haben jetzt noch drei Zäpfli übrig für die nächsten zehn Wochen.
  • Nicht nur eine zusätzliche Reiseversicherung abschliessen, sondern auch genau nachlesen, was da drin steht und ob es eine medizinische Hotline gibt.
  • Falls möglich, vor der Anreise bei einer anderen Familie abklären, wo man vor Ort in dringenden Fällen Hilfe bekommt. Für L.A. zum Beispiel hier. Erspart panisches googeln um Mitternacht.
  • Beim Auslesen der Unterkunft darauf achten, dass Aktivitäten (Spielplätze, Strand) in Laufdistanz zu erreichen sind. In Venice Beach empfehle ich den Boardwalk Playground und Linnie Canal Park.
  • Vor der Reise das Immunsystem auf Vordermann bringen – richtig essen, richtig schlafen. Haben wir zugegebenermassen komplett verhängt – das heimer itz drvo.

Dieser Text wurde erstmals veröffentlicht am 24.10.2015 auf Blick.ch.

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Ferienprogramm für Kinder UND Eltern https://thetinytravelers.ch/wordpress/ferienprogramm-fur-kinder-und-eltern/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/ferienprogramm-fur-kinder-und-eltern/#comments Sat, 05 Dec 2015 08:18:40 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=46 Es ist genau 06.19 Uhr und am Horizont verfärben sich die Wolken dunkelorange. Ein Raunen geht durch die frierende Menge, die in Bettüberwürfen und Regenjacken...

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Es ist genau 06.19 Uhr und am Horizont verfärben sich die Wolken dunkelorange. Ein Raunen geht durch die frierende Menge, die in Bettüberwürfen und Regenjacken auf dem Gipfel des Haleakalā stehen und auf den Sonnenaufgang warten. Alle hier sind mitten in der Nacht aufgestanden, um zu sehen, was Mark Twain irgendwann einmal als das ‚erhabenste Schauspiel, das ich je gesehen habe‘ bezeichnet haben soll. Mein Herz nimmt tatsächlich kurz einen Gump, als ich im windgeschützten Visitor’s Center zwischen zwei Japanerinnen einen Sonnenstrahl erspähen kann.

Während das Spektakel sein Gesicht in ein warmes Morgenrot taucht, stempelt mein eben noch schlotternder Sohn fröhlich vor sich hin. Er hat ein Blöckli entdeckt, gedacht als Souvenir, auf das man das aktuelle Datum stempeln kann. Während draussen majestätisch die Sonne aufgeht, werkelt er sich durch den kompletten Block. So what, der Kleine soll ja auch etwas von unserem Ausflug haben (am Abend kommt das Fazit: das sei cool gewesen, das mit dem Stempeln da auf dem Berg). Derweil halte ich mein Töchterli wie ein Footballspieler sein Ei vor dem Touchdown, nur das mein Ei sich wehrt und windet und wie meistens nur eins will: zum Papi. Der ist draussen und macht Fotos – ich kann meinen Twain-Moment also noch nachholen.

Auf_dem_Haleakala_Krater
Visitor Center Haleakala Krater

Was das Label „cool“ erhält ist tagesabhängig und kann nicht artikuliert werden. Manchmal sind die grossen Hits nicht jene, die wir als solche vermutet und geplant haben: Eine überlebensgrosse Minnie Mouse veranlasste beispielsweise unser sonst so xenophobes Töchterli dazu, vor Freude quietschend von meinem Schoss zu hüpfen und mit Gusto in die schwarze Minnienase zu beissen. Der Sohn hingegen, ein bisschen starstruck und überfordert von soviel Prominenz, wollte lieber seinen Nuggi als ein Foto mit der Maus.

Jeder Tag ist ein neuer Kompromiss, ein individuelles Abenteuer mit variablem Spassfaktor für uns alle – aber ein bisschen muss sein. Und genau so soll eine Reise sein. Wir reisen nicht für die Kinder, sondern mit ihnen, als Familie.

Die bisherigen Top 3 der Kinder, die auch uns Spass gemacht haben:

Der Zebrahai und die Quallen im Waikiki Aquarium.
Strand – irgendwo. Mit kleinen Wellen, die keine Angst machen. Zum Beispiel im Mokapu Beach Park auf Maui.
Ein Spielplatz – irgendwo. Zum Beispiel den im Swanzy Beach Park auf Oahu, vis-à-vis gelegen von einem feinen BBQ-Grill.

playground - always a paradise.
playground – always a paradise.

Dieser Text wurde erstmals am 09.11.2015 auf Blick.ch veröffentlicht.

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Die besten Unterkünfte für Familien https://thetinytravelers.ch/wordpress/die-besten-unterkunfte-fur-familien/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/die-besten-unterkunfte-fur-familien/#comments Thu, 03 Dec 2015 07:39:21 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=41 Ein Mix aus Sonne und billigem Färbemittel gibt Jimmy’s Haar einen Gelbstich. Die Matte hat er unter ein vergilbtes Baseballcap geschoben, seine Augen sehen wir...

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Ein Mix aus Sonne und billigem Färbemittel gibt Jimmy’s Haar einen Gelbstich. Die Matte hat er unter ein vergilbtes Baseballcap geschoben, seine Augen sehen wir nie. Schwarze Sonnenbrille, direkt aus den 80ern importiert. Das Inseloriginal sieht exakt so aus wie auf seinem Profilbild bei Airbnb, nur dass er dort als Comicfigur gezeichnet ist. Und Jimmy mag keine kleinen Kinder.

NO KIDS UNDER 5 YEARS OLD!!! stand da fett über seiner Anzeige, gerade als ich sein pittoreskes Häuschen in Kapaa buchen wollte. Also schrieb ich ihm: why not? Stellt sich heraus, dass seine letzten kleinen Gäste nicht stubenrein waren (er formulierte das, nun ja, etwas salopper). Ich versprach, dass „European Babies“ superreinlich seien, kein Puff machen und um Punkt acht mit einem sanft gehauchten „Guet Nacht, Mami und Papi!“ ins Bett hüpfen, nachdem sie den Abwasch erledigen.

Er hat’s geschluckt. Fünf Nächte wohnten wir im „Pineapple House“ – so vom Sohn der gefühlten hundert Porzellananas (Ananassen?) wegen getauft, die wir natürlich auf dem Schrank in Sicherheit brachten. Ich hoffe nur, der gute Jimmy hat nie durchs Fenster gespienzelt – zehn Minuten nach unserem Einzug sieht jeweils jede Unterkunft schlimmer aus als nach dem Wüten von Hurricane Iwa.

Vorher.
15:01 Uhr.
Nachher.
15:11 uhr.

 Auf unserer Langzeitreise wohnen wir fremd.

Die Auswahl an Unterkünften ist riesig an einem Ort, dessen einzige und grösste Einkommensquelle der Tourismus ist: Hotels, Condominiums (kleine Wohnungen, die aber einer hotel-ähnlichen Anlage angeschlossen sind und deren Infrastruktur nutzen) und Privatwohnungen. Zwei Mal waren wir einige Nächte in einem Hotel, beide Male waren wir am Ende froh, wieder zu gehen. Hotel-Pros: Jeden Tag putzt jemand die Toilette und hängt die Tüchli auf, es gibt ein Restaurant in Gehdistanz, es hat einen Pool und je nach dem eine Rutschbahn. Das grosse Contra: alle machen Ferien, und niemand lebt da. Ein richtiges Gefühl dafür, wie die Menschen auf den verschiedenen Inseln ticken, den Vibe, kriegt man nur dann, wenn man fremdwohnt. Nebeneffekt: Es ist billiger, und man hat unabdingbare Essentials fürs Reisen mit Kleinkindern wie Kühlschrank, Herd und (ganz wichtig) Waschmaschine. Man ist zu Gast bei Locals, die einem auch die richtigen Tipps geben können (Hawaiianer dürfen sich übrigens nur die Ureinwohner mit polynesischer Abstammung nennen. Alle anderen sind „Kama’aina“, oder eben Locals). So erleben wir den richtigen „Aloha-Spirit“, und ernten selten auch mal ein „stink eye“. Äbe ganz wie deheime.

Quiz: wo wohnen wir?
Pop Quiz: wo wohnen wir?

Wo Familien mit Kleinkindern in den USA Unterkünfte, Ausrüstung und Betreuung finden:

Die wichtigsten Websites für die Wohnungsmiete in den USA: Airbnb, VRBO, Flipkey, Homeaway. Vor der Buchung auf versteckte Kosten achten, z.B. überhöhte Reinigungskosten. Die besten Locations für Familien haben Einkaufsmöglichkeiten in Gehdistanz – wer um acht Uhr abends dann noch eine Gallone Milch braucht, muss nicht ins Auto steigen.

Baby- und Kinderausrüstung lässt sich vor Ort zu einem angemessenen Preis mieten – wer länger bleibt, braucht weder Babybett noch Kinderwagen noch Schwimmweste mitzuschleppen. Geliefert wird direkt ins Hotel oder in die Wohnung: Babyrentals Maui, Maui on the Fly, Akamai Mothers (alle Maui). Kauai: Babylicious Kauai. Oahu: z.B. Paradise Baby. Überall sonst: einfach „baby gear rental + Ort“ googeln.

Babysitter selber finden mit Sittercity oder care.com. Agentur auf Kauai, die wir empfehlen können: Kauai Babysitting Company.

Billige Arbeitskraft.
Billige Arbeitskraft.

Dieser Text wurde erstmals am 04.12.2015 auf Blick.ch veröffentlicht. 

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Essen unterwegs https://thetinytravelers.ch/wordpress/essen-unterwegs-ein-frittiertes-vorurteil/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/essen-unterwegs-ein-frittiertes-vorurteil/#comments Mon, 23 Nov 2015 20:22:15 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=72 Amerikaner essen nur Burger und French Fries. Ein Vorurteil wie dieses hat mich noch vor fünf Wochen auf die Palme gebracht. Schweizer essen nur Fondue...

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Amerikaner essen nur Burger und French Fries. Ein Vorurteil wie dieses hat mich noch vor fünf Wochen auf die Palme gebracht. Schweizer essen nur Fondue und Schoggi, genau so wahr.

Mittlerweile gehe ich aber täglich unter diesen Bäumen und suche nach Möglichkeiten, uns unterwegs einigermassen ausgewogen zu ernähren. Mit erstaunlich mittelmässigem Erfolg.

Ich habe mal ein Jahr lang an der Ostküste gelebt (Connecticut, es gab oft Huhn und Thunfisch und mein Gastbruder ass mir eh alles weg) und drei Monate in Los Angeles (Avocados, frischer Grünkohl, 93 Sorten Hummus im Supermarktregal – nie habe ich gesünder gelebt). Orte, die für die USA so repräsentativ sind wie der urbane Kreis 3 in Zürich für den Rest der Schweiz.

Und jetzt komme ich auf die Welt. Am anderen Ende von ihr, auf Hawaii. Seit einigen Wochen reise ich mit meiner Familie auf den Inseln und wir haben schnell gemerkt: 1. Die Preise hier sind mindestens genau so hoch wie in Tsüri, und „da local grindz“ wie Kalua-Rippchen, Fish-Tacos oder Loco Moco werden mit Käse überbacken in der mindestens-1000-Kalorien-Portion serviert. Dazu Bohnen, Reis oder eben – Fries.

French_fries_and_sliders

 

Womit wir wieder beim Thema wären. Kinder sind in den Restaurants willkommen. In jedem Spunten steht irgendwo noch ein Kinderstuhl herum und es gibt Keiki-Menüs mit Portionen, die locker für Beide reichen. Etwas Grünes sucht man auf den meisten Kinderkarten vergebens, ausser mein Töchterli hat sie schon mit den mitgelieferten Crayons verchriblet. Das Manko freut den Sohn, der gerade in der „Teigware-ohni-nüt“-Phase steckt.

Damit ich auf der Rückreise nicht zwei Sitze pro Person buchen muss, gibt’s frischen Fisch (Mahi-Mahi, Ahi, Opah). Dazu Ananas und Papaya, zwei der wenigen Früchte, die hier lokal angebaut werden. Und natürlich findet man fast überall irgendwann ein Resti mit einer gesunden Auswahl – nur, wer schon einmal mit einer anderthalbjährigen Sirene mit akutem Hungerast unterwegs war, sucht nicht mehr lange. Auf Ausflüge mitgebrachte Snacks werden mit geballtem Patschhändchen weggepfeffert. Mein Töchterli will, so oft sie darf: French Fries.

Jänusode. Hang loose. Enjoy.

Doggy_Bag_der_àRest_vom_Znacht_ist_der_Zmittag_von_morgen
Doggy Bags – Der Znacht von heute ist das Zmittag von Morgen.

Dieser Beitrag wurde erstmals auf Blick.ch veröffentlicht.

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Ferienfotos vs. Realität https://thetinytravelers.ch/wordpress/ferienfotos-vs-realitat/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/ferienfotos-vs-realitat/#comments Mon, 02 Nov 2015 12:53:58 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=76 Sonnenstrahlen, die sich situationsweise im Bier / Mai Tai / Wein spiegeln, vor Freude quietschende Kinder, Sandburgen, strahlende Eltern. Unsere Ferienfotos könnten neidisch machen (Tun...

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Sonnenstrahlen, die sich situationsweise im Bier / Mai Tai / Wein spiegeln, vor Freude quietschende Kinder, Sandburgen, strahlende Eltern. Unsere Ferienfotos könnten neidisch machen (Tun sie auch, wie wir regelmässig aus der nebligen Heimat gefeedbackt kriegen). Fehlt nur noch die Videosequenz, in der wir als braungebrannte Vorzeigefamilie weiss gewandet der Brandung entlang hüpfen und sich unsere seeligen Kinder an den Händchen halten, während sie den Sonnenuntergang bestaunen.

Reisen ist anstrengend – allein, zu zweit, in der Gruppe. Man muss sich das befriedigende Gefühl, einen weiteren Flecken dieser Erde ansatzweise entdeckt zu haben, verdienen.
Wir reisen zur Zeit mit unseren zwei kleinen Kindern Nils (3) und Noomi (1) durch L.A. und Hawaii und verbringen eine wunderschöne Zeit – aber nicht nur. Unter uns: Es ist anstrengender, als ich dachte.

Ich bin ganz Zen. Not.
Ich bin ganz Zen. Not.

Die Fotos, die wir nach Hause schicken, haben ähnlich viel mit der Realität zu tun wie die Rüebliauswahl im Globus mit der tatsächlichen Ernte. Selten drücken wir ab, wenn sich unser kleiner Mann zwischen Liegestühlen mit geballten Fäusten hinstellt und lauter kreischt als jedes amerikanische Feuerwehrsirene, weil er KEI-NE BADE-HOSEN AN-ZIE-HÄÄÄÄN WILL!! Wir haben keinen Finger frei zum knipsen, wenn unser Töchterli während dem Znacht im Restaurant wahlweise Papi oder Mami als mobiles Klettergerüst (respektive Gumpiburg) missbraucht und den Kindersitz verächtlich wegkickt. Es gibt keine Fotos von uns Eltern, wie wir uns auf die Kappe geben, weil nun auch noch der letzte vom Kind akzeptierte Nuggi irgendwo liegen geblieben ist.

Das Gute daran: Wir werden diese undokumentierten Momente vergessen und uns dankbar an die Zeit erinnern, die wir gemeinsam verbringen dürfen. Die Schönsten halten wir fest und schicken sie nach Hause.
Wer auch eine Reise plant und seine Liebsten nur mit den schönen Momenten torpedieren will, kann es uns gleich tun:

Für unsere Familie und Freunde haben wir einen Stream auf der iCloud-Fotofreigabe von Apple eingerichtet.
Mit Day One schreibe ich auch zu Hause stichwortartig Tagebuch. Mit Fotos, Ortserkennung und Tags für wichtige oder wiederkehrende Momente.
Mit der gratis Post Card Creator App von der Post kann man pro Tag eine Postkarte mit persönlichem Foto verschicken. Gibt’s für iOs und Android.
Layout , eine Gratisapp, verbindet einzelne Fotos schnell zu einer Collage.

Packen: Ich war kurz auf dem WC.
Packen: Ich war kurz auf dem WC.

Dieser Text wurde erstmals am 02.11.2015 auf Blick.ch veröffentlicht. 

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Packen für die die ganze Familie https://thetinytravelers.ch/wordpress/packen-fur-die-die-ganze-familie/ https://thetinytravelers.ch/wordpress/packen-fur-die-die-ganze-familie/#comments Fri, 02 Oct 2015 08:39:42 +0000 http://thetinytravelers.ch/wordpress/?p=4 Mein Gesicht hätte als „Schrei – Emoji“ durchgehen können. Anfangs Jahr erfuhr ich mehr oder weniger durch Zufall, dass mein Sohn die unbeschwerten Tage schon...

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Mein Gesicht hätte als „Schrei – Emoji“ durchgehen können. Anfangs Jahr erfuhr ich mehr oder weniger durch Zufall, dass mein Sohn die unbeschwerten Tage schon bald hinter sich hat und nächstes Jahr in den Chindsgi kommt. Ich sah meine eigene Freiheit verschwinden und träumte fortan von Jokertagen, fett- und zuckerfreien Znünis und Wörtern wie „Auffangzeit“ und „Schulferien“. Heftige Torschusspanik machte sich breit, dann haben wir gebucht: Zweieinhalb Monate U.S.A., zu viert, denn Reisen kann man auch mit Kindern.

Nur blöd, dass man erst noch packen muss.

Mann und Kinder habe ich pragmatischerweise zu den Grosseltern geschickt. Und mich dann von Zimmer zu Zimmer gearbeitet – rausgelegt, zurückgelegt, gerollt, gefaltet, inegstungget. Jetzt bin ich (fix und) fertig – und habe aus meinem zweitägigen Packathon doch noch was gelernt:

Listen sind meine Freunde

wunderlist
Wundervoll für jeden Organisationsnerd: Wunderlist.

Mindestens zwei Wochen vor dem Packen anfangen, Listen zu machen. Was muss alles mit? Was gehört ins Handgepäck? Was muss sonst noch erledigt werden (Post zurückbehalten, Kühlschrank räumen, Abos sistieren etc.)? Elektronisch lassen sich solche Listen mit anderen teilen und noch besser, man kann die ungeliebte Fahrt zur Entsorgungsanlage auch gleich direkt dem Liebsten delegieren. Ich arbeite mit Wunderlist.

Raus und rein

Zuerst alles rauslegen, was mit soll. Dann überlegen, welche Teile sich mindestens auf drei Arten kombinieren lassen. Der Rest wandert wieder in den Schrank.

Röuele, nid lege

Roll den Rock! Auch Hosen und T-shirts brauchen gerollt viel weniger Platz. Und sind erstaunlicherweise auch nicht verknitterter als wenn gelegt. Frei interpretiert nach Stiller Has:

Nid eso, nei luegit, nid eso, nei nei, nid eso hani gseit
Röuele
U nid lege!

rollen
rollen bringt mehr platz. Keine Ahnung, warum. Ist aber so.
packwuerfel
Packwürfel mit Einblick helfen beim Suchen.

Packwürfel mit Farben

Ein feuchter Traum für jeden Organisationsnerd (Me! Me!): Packwürfel. Die gibt’s in verschiedenen Grössen und Farben, so dass man sie einzelnen Familienmitgliedern zuordnen kann. In einen Medium-Würfel passen (gerollt, natürlich!) ca. 5 – 7 T-Shirts.
Für Reisende lohnt sich die Investition, wer zwei Wochen im gleichen Hotel bleibt, braucht keine Packwürfel.

Packwürfel
Packwürfel einpacken geht am besten mit diesem Soundtrack (Bild anklicken).

Vorabend Check – in

Bei vielen Fluggesellschaften kann man am Vorabend bereits einchecken. Für uns als Familie lohnt sich das – am Abflugtag haben wir mit zwei Kindern, Handgepäck und zwei Buggies schon die Hände voll. Ach ja – die Buggies: die kann man in der richtigen Grösse zwar mit bis zum Gate nehmen, sie brauchen aber trotzdem vorher den offiziellen Tag der Fluggesellschaft. Heisst: Beim Vorabend Check-in am besten gleich mitnehmen.

Das Gepäck ist schon am Flughafen, die Kinder im Bett. Morgen geht es los – 12 Stunden Flug nach Los Angeles mit zwei Kleinkindern. Wish me luck.

Dieser Beitrag wurde erstmals am 16.10.2015 auf Blick.ch veröffentlicht. 

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